der muntermacher

Heilung durch Liebe

Unsere innerseelischen Verletzungen entstehen, weil wir uns nicht geliebt fühlen. Die Ursache ist immer ein fehlendes Liebespotential in uns selber, nie die abweisende Reaktion eines Elternteils oder eines Partners im Außen. Weil wir nicht gelernt haben, diesen Mangel durch Selbstliebe auszugleichen, erwarten wir dieses fehlende Liebespotential in Form von Aufmerksamkeit von unseren Mitmenschen. Damit diese uns unsere so sehr benötigte Aufmerksamkeit oder Liebe auch wirklich geben, zeigen wir uns nicht so wie wir sind, sondern eher so, wie unsere Umwelt uns gerne sehen möchte. Dadurch erhöhen wir die Chance, von ihr auch wirklich angenommen oder geliebt zu werden.

Damit fangen wir aber an, unsere Umwelt zu manipulieren, um die bestmöglichen Umstände zu erhalten, die uns unsere Aufmerksamkeit sichert. In solchen Situationen zeigen wir natürlich nicht mehr unser ureigenes Wesen und tun nicht mehr die Dinge, die uns innerlich entsprechen. Wir erstellen Masken, hinter denen wir uns verstecken; gehen Beziehungen ein, in denen wir eigentlich nicht glücklich sind; beschäftigen uns mit Themen, die uns persönlich nicht liegen. Dabei entfernen wir uns immer mehr von unserem wahren Sein und verlieren immer stärker das Gefühl für uns selber. Und das alles nur, um von unseren Eltern oder Partnern geliebt zu werden.

Heilungsarbeit bedeutet für mich deshalb, uns unsere Aufmerksamkeit in Form von Liebe und Zuwendung jetzt selber zu geben, uns mit all unseren Schwächen und Unzulänglichkeiten vollständig anzuerkennen. Natürlich beschreibe ich hier keinen leichten Prozess, das habe ich in jahrelangen Erfahrungen persönlich erlebt. Ständig lenkt uns unser Verstand wieder von unseren Themen ab oder wir lassen uns durch unsere Umwelt leicht davon abbringen, die notwendige innere Arbeit zu leisten. Oft dauert es Jahre bis wir endlich bereit sind, ein für uns entscheidendes Thema zu lösen. Unsere Seele oder unsere Höheres Selbst sorgen dafür, dass wir unsere Lebensthemen nicht vergessen und konfrontiert uns immer wieder mit unseren Verletzungen. Darum brauchen wir eigentlich nur in regelmäßigen Abständen (am besten jeden Tag) kurz inne zu halten, in uns hinein zu fühlen, die für uns gerade aktuellen Themen wahrzunehmen und diese mit Hilfe der körperzentrierten Herzensarbeit in Liebe aufzulösen. Gehen wir regelmäßig so vor, lernen wir uns selber besser kennen und lassen uns mehr Aufmerksamkeit und Liebe zuteil werden. Je mehr Liebe wir uns auf diese Weise geben, desto stärker können wir unser Herz wiederum für unsere Mitmenschen öffnen. Und je tiefer wir uns selber kennenlernen, desto einfühlsamer können wir im gleichen Sinne mit unserer Umwelt umgehen, desto besser sind wir in der Lage, Katalysator für die Heilungsprozesse unserer Mitmenschen zu sein.

 

Anwendung der körperzentrierte Herzensarbeit

Indem wir unser Verhalten im täglichen Leben bewusster beobachten, finden wir leicht zu unserem aktuellen Problem-Thema. Entscheidet Ihr Euch dann, diese Problem mit der körperzentrierten Herzensarbeit anzugehen, besteht der erste Schritt darin, in Euren Körper hineinzufühlen, wo dieses Thema seine Resonanz hat. Eine Angst kann z.B. im Hals oder im Solarplexus stecken, Wut oder Ärger können in den Ellenbogen oder in den Zähnen verborgen sein, Schuldgefühle im Sexualchakra oder im Herzen. Das sind allerdings nur Beispiele, jeder Teil Eures Körpers hat so eine Entsprechung: die Füße, die Knie, die Hände, genauso wie unser Rücken oder unsere Schultern. Wenn Ihr also spürt, dass Eurer Thema in einem bestimmten Bereich Eures Körpers eine Resonanz findet, dann geht mit Eurem Bewusstsein in diesen Bereich hinein und versucht Euch ein inneres Bild von ihm zu machen. Meist sind hier auf der energetischen Ebene Blockaden vorhanden und diese werden sich für Euch schwer und dunkel anfühlen. Versucht diese Empfindungen möglichst deutlich wahrzunehmen. Wenn Ihr alleine übt, dann ist es hilfreich, sich mit sich selber in ein Zwiegespräch zu begeben. Stellt Euch dazu die Situation beschreibende Fragen, die Ihr Euch möglichst konkret zu beantworten versucht. Achtet bitte immer auf eine ruhige und gleichmäßige Atmung. Dies ist ganz wichtig, da eine fließende Atmung den Energiefluss zwischen unseren physischen, emotionalen und mentalen Körpern harmonisiert.

Als nächstes solltet Ihr in Euch hinein fühlen, was für eine Emotion in dem betreffenden Bereich Eures Körpers verborgen ist. Möglicherweise kommt Euch auch ein Bild oder eine Erinnerung, dann arbeitet erst einmal mit diesem Bild weiter, es wird Euch zu der entscheidenden Emotion führen können. Es kann auch sein, das mehrere Emotionen auftauchen. In diesem Fall ist es passend mit derjenigen Emotion weiter zu arbeiten, die für Euch aktuell am gewichtigsten erscheint. Versucht bitte nichts zu verdrängen oder zu unterdrücken und kümmert Euch mit Eurer vollen Aufmerksamkeit um diese Emotionen. Nehmt sie so an, wie ihr sie gerade wahrnehmt. Emotionen sind weder gut noch schlecht, richtig oder falsch, sie sind einfach nur ein "Hinweisschild" Eurer Verletzungen. Hört also auf, sie weiterhin zu bekämpfen. Wenn Ihr Schwierigkeiten habt, eine Emotion anzunehmen, dann könnt Ihr gedanklich für das "Annehmen" verschiedene Begriffe verwenden, wie Würdigen oder Achten, Erbarmen, Verständnis oder Mitgefühl zeigen.

Der letzte Schritt besteht darin, Euer Herz für diese Emotion zu öffnen. Ihr könnt sie aber erst in Eurem Herzen aufnehmen, wenn Ihr sie vorher wirklich angenommen habt. Ihr müsst sie vorher vollkommen gewürdigt oder geachtet haben, Euch vollständig um Eure Emotion gekümmert haben. Erst dann lässt sie sich in Liebe transformieren. Um Euer Herz für diese Emotion zu öffnen, könnt Ihr Euch zum Beispiel vorstellen, wir Ihr sie umarmt. Oder Ihr denkt an etwas, was Euch den Gefühlen von bedingungsloser Liebe öffnet, z.B. der Gedanke an ein kleines Kind, vielleicht an die Teletubbies, an Engel, oder ihr denkt an Eure Kuscheldecke, an einen bestimmten Song, oder erinnert Euch an eine sehr herzöffnende Situation in Eurem Leben. Es gibt viele Möglichkeiten und Ihr könnt darauf vertrauen, dass Euch schon das richtige Bild gezeigt wird oder die richtigen Worte in den Sinn kommen.

Wenn Ihr Euer Herz für Eure Emotionen geöffnet habt, werdet Ihr spüren, wie sie in Eurem Herzraum aufgenommen wird. Möglicherweise passt sie nicht vollständig in Euer Herz hinein, dann versucht bitte, es noch weiter zu öffnen, dieser Emotion noch mehr Liebe zu geben. Vertraut in dieser Situation getrost darauf, dass Ihr genug Liebe in Euch habt. Liebe ist unendlich vorhanden, ein "zu wenig an Liebe" gibt es nicht. Es gibt nur den Aspekt des "sich diesem unendlichen Strom der Liebe nicht genug öffnen wollen". Mit dieser Öffnung macht Ihr eine ungemein wichtige Erfahrung auf Eurem Weg zu höherer seelischer Reife. Je mehr Emotionen Ihr nämlich auf diese Weise wieder in Euch integriert, desto reicher werdet Ihr innerlich.

Im ersten Moment wird es sich in Eurem Herzen nach dem Auflösen der Emotion wahrscheinlich wund anfühlen. Ihr werdet die Verletzung sicherlich auch noch ein wenig spüren. Aber nur als Gefühl oder als einen energetischen Aspekt, denn wenn sie sich in Eurem Herzen befindet, schmerzt sie nicht mehr. Verweilt bitte noch einige Minuten in diesem Zustand und richtet Eure Aufmerksamkeit weiter auf Euer Herz. Diese Momente sind jetzt notwendig, um die emotionale Wunde zu schließen. Tut ihr dies nicht, kann sich die Emotion wieder aus Eurem Herzen herauslösen und setzt sich wieder im Körper fest. Nach dieser Herzensarbeit ist in der Regel noch Nachsorge-Arbeit notwendig. Oft ist nach einer solchen Übung nicht alles im Herzen erlöst und so wird es in den darauffolgenden Tagen immer wieder zu Situationen kommen, wo Ihr die Emotion wieder fühlen werdet. Damit fordert sie von Euch weiterhin Eure Aufmerksamkeit und möchte noch mehr angenommen werden. In dieser Zeit solltet Ihr Euch selber versprechen, Euch stets um Eure Problem-Emotion zu kümmern und immer für sie da zu sein.

Damit habt Ihr jetzt gelernt, mit der bisher verdrängten Emotion neu umzugehen und seid nun in dem betreffenden Lebensbereich frei, Euer Leben neu zu gestalten. Nutzt diese Zeit nach der Herzensarbeit, indem Ihr Euch in Situationen begibt, in denen Ihr vorher zu ängstlich wart, wo Ihr immer Schwierigkeiten hattet. Jetzt könnt Ihr den Mut finden, diese Situationen mit einer neuen Verhaltensweise, mit mehr Vertrauen und Liebe zu Euch selbst, anzugehen.

Nachstehend habe ich die einzelnen Heilungs-Schritte noch einmal zusammengefasst:

  • Die Ursache ist ein Problem mit unseren Mitmenschen, das wir jetzt bearbeiten möchten.
  • Wir stellen uns dieses Problem genau vor und suchen seine Entsprechung im unserem Körper.
  • Wir fühlen in den entsprechenden Körperbereich hinein, nehmen die dabei entstehenden Empfindungen wahr.
  • Wir fühlen die dahinter liegenden bisher nicht angenommenen Emotionen wie Wut, Angst, Schuldgefühle, Hass, etc.
  • Wir verdrängen diese Emotion nicht länger, sondern lassen sie los, schauen sie uns unvoreingenommen an, würdigen sie, achten sie, oder zeigen für sie Verständnis.
  • Wir öffnen unser Herz, um die Emotion in Liebe aufzunehmen und zu erlösen.
  • Wir lassen diesem frisch aufgelösten Gefühl eine Nachsorge zuteil werden.

 

Ein anderer Ansatz besteht darin, diese Herzensarbeit von einem Körpersymptom aus anzugehen. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Euch körperlich krank fühlt. Dabei kann es sich um Zahnschmerzen handeln, um Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, oder einfach um ein unangenehmes Magenknurren. Seit Ihr kurzsichtig, so ist es auch gut, Eure Aufmerksamkeit auf Eure Augen zu richten, habt Ihr gerade eine Erkältung oder hat Euch eine der vielen Grippe-Wellen erwischt, dann solltet Ihr Euch in Eure Nase, Euren Rachen, Euren Hals oder Eure Bronchien hineinfühlen, je nachdem, wo Ihr die ärgsten Symptome verspürt.

Geht dann bitte mit Eurem Bewusstsein in diesen Problem-Bereich Eures Körpers hinein und richtet Eure ganze Aufmerksam auf ihn. Achtet jetzt wieder auf Eure Atmung. Versucht Euren Atem genau zu der kränkelnden Stelle in Eurem Körper zu lenken und in diesen Bereich hinein zu atmen. Fühlt in Euren Körper hinein, und fragt Euch, was er Euch mit seinem Symptom sagen möchte. Keine Grippe, keine Erkältung, kein Hautausschlag und keine Rückenschmerzen erscheinen ohne Grund. Sie möchten Euch etwas mitteilen, möchten Euch zeigen, wo Ihr noch nicht heil seid. Ihr werdet eine Emotion wahrnehmen oder ein Bild erhalten, welches Euch weiterhelfen kann. Kommt eine Emotion, so fühlt wieder wie oben beschrieben in diese hinein. Ein Bild kann Euch möglicherweise anzeigen, in welchen vergangenen Situationen oder mit welchen Menschen Euer Problem verbunden ist. Vielleicht macht sich jetzt auch eine ganz andere Stelle Eures Körpers auf Euch aufmerksam, dann richtet Euer Bewusstsein einfach auf diesen neuen Körperbereich, geht jetzt in diesen Bereich hinein und nehmt die dortigen Emotionen wahr.

Es können durchaus mehrere Emotionen beteiligt sein. Oberflächlich erkennen wir eine Wut, hinter dieser vielleicht eine bisher noch nicht wahrgenommene Angst verborgen ist. In solchen Fällen sollten wir zuerst die Angst annehmen und in unser Herz schließen, um uns dann wieder mit der Wut auseinanderzusetzen. So können wir Schritt für Schritt alle Emotionen wahrnehmen und erlösen. Und was übrigbleibt ist Liebe.

Natürlich ist hier wieder die gleiche Nachsorge wie oben beschrieben notwendig. Hier auch noch einmal die einzelnen Heilungs-Schritte:

  • Wir haben ein körperliches Unwohlsein oder einen Schmerz, den wir auf den Grund gehen möchten.
  • Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf diesen Körperbereich und fühlen dort mit unserem ganzen Bewusstsein hinein.
  • Wir erfühlen die diesem Symptom zugrundeliegende Emotion.
  • Wenn nur ein Bild kommt, kann uns dieses Bild helfen, das dahinterliegende Thema klarer zu erkennen.
  • Wir verdrängen die jetzt wahrgenommene Emotion nicht mehr, sondern lassen sie los, schauen sie uns unvoreingenommen an und würdigen sie.
  • Wir öffnen unser Herz, um die Emotion in Liebe aufzunehmen und zu erlösen.
  • Wir lassen diesem frisch aufgelösten Gefühl eine Nachsorge zuteil werden.

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